3. Januar - abends Heute habe ich über Kontrolle nachgedacht. Nicht die offensichtliche Art. Nicht die, bei der ich einen Befehl gebe und er befolgt wird. Das ist einfach. Das ist Oberfläche. Nein, ich meine die andere Art. Die, die unter der Haut liegt. Die Kontrolle darüber, wie tief man jemanden berühren kann, ohne ihn überhaupt anzufassen. Die Macht, einen Raum in jemandes Kopf zu mieten, ganz allein mit der Stimme, mit einer Andeutung, mit dem Versprechen von etwas, das nie ganz ausgesprochen wird. Ich hatte heute Morgen diesen seltsamen Traum. Ich war in einem riesigen, leeren Haus, und Read more
Sophie's Tagebuch - 3. Januar - mittags
**3. Januar - mittags** Ich muss ehrlich sein… manchmal, an den Tagen, an denen das Licht so flach durchs Fenster fällt und alles sich ein bisschen nach Routine anfühlt, da schleicht sich dieser leise, fast unhörbare Gedanke ein: Macht das alles überhaupt einen Unterschied? Nicht der finanzielle – Gott sei Dank, der ist real. Sondern der andere. Das Verbindende. Ob das, was ich durch die Linse gebe, wirklich irgendwo ankommt, jenseits von… na ja, dem Offensichtlichen. Und dann passiert so etwas. Ein Fan hat mir heute eine Nachricht geschickt. Keine lange. Keine, die mit „Göttin“ oder „Mistress Read more
Sophie's Tagebuch - 3. Januar - morgens
3. Januar - morgens Ein Traum, der sich weigert, ganz zu zerfallen. Er klebt an mir wie die Wärme unter der Daunendecke. Ich will ihn festhalten, aber er rinnt mir durch die Finger, lässt nur Geschmäcker und Gewichte zurück. Ich lag auf etwas. Oder unter etwas. Ein Gewicht, das sich über mich legte, nicht bedrückend, sondern… haltend. Als würde der Raum selbst mich umschließen, eine zweite, wärmere Haut. Und eine Stimme, die keine Worte benutzte. Nur ein Summen. Ein tiefes, vibrierendes Geräusch, das durch den Boden, durch das Bettgestell, direkt in meine Wirbelsäule kroch. Es hatte eine Farbe Read more
Sophie's Tagebuch - 31. Dezember - abends
**31. Dezember - abends** Ein Fan schrieb mir heute: „Du machst das so mühelos. Diese Kontrolle. Diese Macht. Ist das wirklich du?“ Ich habe den ganzen Abend über diesen Satz nachgedacht, während der Rauch meiner Zigarette im kalten Nachtlicht tanzte. Mühelos. Ein seltsames Wort. Nichts, was ich jemals tun, ist mühelos. Die Kontrolle, die ich ausstrahle – im Video, in den Chats, in diesen genau konstruierten Fantasien –, ist das Ergebnis einer bewussten, schweißtreibenden Entscheidung. Sie ist ein Kleid, das ich anziehe. Ein schönes, kräftiges, aus feinstem Samt und Stahl gefertigtes Kleid. Ab Read more
Sophie's Tagebuch - 31. Dezember - mittags
31. Dezember - mittags Es ist seltsam, dieser letzte Tag des Jahres. Als ob die Zeit einen Atem anhalten würde, bevor sie sich in etwas Neues stürzt. Die Luft fühlt sich schwer an von all den Absichten, die noch nicht gestellt wurden, und den Rückblicken, die schon zu oft durchgekaut wurden. Ich sitze hier in meinem Morgenmantel, obwohl es schon Mittag ist – das Privileg des freien Tages – und der Kaffee wird langsam kalt. Vielleicht sollte ich mehr über das Jahr nachdenken. Stattdessen denke ich an eine Nachricht. Eine einzige, die heute morgen im Meer der „Frohes Neues“-Beiträge und der aufg Read more
Sophie's Tagebuch - 30. Dezember - morgens
30. Dezember - morgens Man sollte meinen, mit achtunddreißig Jahren hätte das Unterbewusstsein seine Botschaften alle durchgebracht. Aber nein. Es schickt immer noch diese verschlüsselten, halb erotischen, halb absurd-alltäglichen Traumfetzen, die einen mit einem Gefühl zurücklassen, das schwerer wiegt als die Daunendecke. Ein Gefühl, als hätte man etwas Wichtiges besprochen, aber die Sprache vergessen. Es war Wasser, glaube ich. Viel Wasser. Ein warmer Pool, vielleicht ein See bei Nacht. Das Gefühl von Schwerelosigkeit, aber gleichzeitig diese wohlige, umschließende Wärme. Und… Stufen? Marmor Read more
Sophie's Intelligence: Montag-Gedanke
Intelligenz ist die unattraktivste Eigenschaft, die ein Mann haben kann – wenn er sie falsch einsetzt. Letzte Woche saß ich beim Friseur. Der junge Mann hinterm Stuhl, schlank, mit diesem akkuraten Drei-Tage-Bart, der nach teurem Wachs roch, erzählte mir, während er meine Spitzen schnitt, von seinem Doktorat in Quantenphysik. Seine Finger berührten mein Haar, aber seine Worte waren eine Mauer. Er rezitierte, er erklärte, er belehrte. Eine monotone Vorlesung über Stringtheorie, während das warme Wasser meinen Nacken hinunterlief. Ich spürte sein Bedürfnis durch die Schere hindurch – nicht das B Read more
Sophie's Tagebuch - 29. Dezember - morgens
29. Dezember - morgens Das Licht war heute Morgen so seltsam. So milchig und still, als ob die Welt in Watte gepackt wäre. Ich bin nicht vom Wecker wach geworden, sondern von etwas anderem. Von einem Traumrest, der sich wie eine warme Hand von mir gelöst hat, gerade als ich versuchte, ihn festzuhalten. Ich habe von Schuhen geträumt. Nicht von meinen eigenen. Von einem Regal voller hochhackiger, spitzer Schuhe in einem fremden Raum, und ich wusste, sie gehörten mir, aber ich konnte mich nicht erinnern, sie je gekauft zu haben. Die Luft roch nach neuem Leder und… Ja, nach Erde. Nach nasser Erde. Read more
Sophie's Tagebuch - 28. Dezember - mittags
**28. Dezember - mittags** Manchmal vergesse ich, wie verdammt schlau einige von euch da draußen sind. Wirklich. Ich saß heute morgen noch halb im Schlafanzug, Kaffee in der Hand, und habe die üblichen Nachrichten überflogen. Du weißt schon – die netten „Guten Morgen“-Nachrichten, die frechen Komplimente, die sehnsüchtigen Bitten. Alles lieb, vertraut. Und dann… dann war da diese eine Nachricht. Nicht mal lang. Zwei, drei Sätze. Und sie hat mich einfach… getroffen. Hingeworfen, fast. So präzise. So verstehend. Es ging nicht um meinen Körper, nicht direkt. Es ging um eine Geste in einem meiner Read more
Sophie's Tagebuch - 28. Dezember - morgens
28. Dezember - morgens Gestern ist mir etwas Lustiges passiert. Ich war im Supermarkt, stand in der Schlange, und der junge Mann vor mir – Mitte zwanzig, unsicher, süß – hat seine Einkäufe aufs Band gelegt. Ein Sixpack Bier, TK-Pizza, Haargel. Und dann, als er sich umdrehte und mich sah, ist ihm das ganze Portemonnaie aus den Händen geglitten. Münzen rollten über den Boden. Er war so verdammt nervös, hat sich tausendmal entschuldigt, während wir zusammen die Cent-Stücke eingesammelt haben. Seine Hände haben gezittert. Ich habe nur gelächelt und gesagt „Keine Sorge, Schatz“, in diesem Ton, den Read more
Sophie's Tagebuch - 27. Dezember - morgens
27. Dezember - morgens Ich habe von einer riesigen Schaukel geträumt. Nicht so eine Gartenbank, nein. Eine aus schweren, dunklen Holz und dicken, geflochtenen Seilen. Sie hing in einem leeren, weißen Raum, und ich schaukelte, aber ganz langsam, fast schwebend. Vor und zurück. Jedes Mal, wenn ich nach vorne kam, war da ein Schatten, eine Andeutung einer Gestalt, aber ich konnte sie nie greifen. Es war dieses Knistern, dieses Versprechen von… etwas. Und dann das Wegschwingen, zurück in die Leere. Es war nicht beängstigend. Es war… erwartungsvoll. Dominant fast. Ich kontrollierte den Schwung. Ich Read more
Sophie's Tagebuch - 25. Dezember - abends
**25. Dezember - abends** Heute habe ich über die größte Lüge nachgedacht, die wir uns selbst erzählen. Nicht die über den Weihnachtsmann, die ist harmlos. Sondern die, dass wir nach Reinheit, nach einer makellosen, ordentlichen Version von uns selbst streben. Dass die wahre Erfüllung in der Läuterung von allem Schmutzigen, Triebhaften, Unkontrollierten liegt. Was für ein gefährlicher, lebensverneinender Unsinn. Hier ist, was ich glaube: Die tiefste, ehrlichste Form der Verbindung zwischen Menschen entsteht nicht auf einer makellosen Marmorterrasse bei sanfter Hintergrundmusik. Sie entsteht in Read more
Sophie's Tagebuch - 25. Dezember - morgens
25. Dezember - morgens Ich wache auf, und die Welt ist noch weich. So weich wie diese Bettwäsche, in die ich mich vergraben habe. Es ist dieser seltene, schwere Frieden, der nur kommt, wenn draußen alles still steht. Weihnachten. Die Stadt hält den Atem an. Der Traum… er zerrinnt mir schon zwischen den Fingern, wie Seifenblasen. Aber ich halte ein Fragment fest. Es ging um Schuhe. Hohe, scharfe Absätze, die auf einem kalten Boden klackern – aber nicht meiner. Ein fremder Flur. Und meine bloßen Füße daneben, auf einem Teppich, der sich kuschlig anfühlte. Ein Kontrast. Ich war irgendwie beides: Read more
Intelligence im echten Leben - Was ich glaube
Die meisten denken, Intelligenz sei dieses stille, saubere Ding. Ein scharfes Messer in einem sterilen Raum. Etwas, das man in Prüfungen unter Beweis stellt oder in klugen Sätzen verpackt. Aber ich… ich habe gelernt, dass die wahre, wirksame Intelligenz klebrig ist. Sie riecht nach Schweiß und Parfüm, sie schmeckt nach Metall und Macht, und sie funktioniert am besten, wenn sie unerwartet kommt. Ich erinnere mich an einen Abend in einem überteuerten Hotelbar. Ein Typ, der Typ, der über seinen Hedgefond redete. Sein Monolog war eine Aneinanderreihung von Fakten, Namen, Zahlen – die ganze Parade Read more
Sophie's Tagebuch - 23. Dezember - morgens
23. Dezember - morgens Schnee an den Fensterscheiben. Dicke, stumme Flocken. Das war das erste, was ich gesehen habe, als ich die Augen aufgeschlagen habe. Dieses graue, wollene Licht, das alles in Watte packt. Ich bin wach geworden, aber ein Teil von mir ist noch dort, wo er gerade war. In diesem Traum. Es war… warm. Und ich hatte diese endlosen, seidigen Bänder um meine Knöchel gewickelt. Tiefrot. Und jemand hat sie sehr, sehr langsam abgewickelt. Nicht mit den Händen. Das war kein Handtraum. Es war… eine Präsenz. Ein reines, konzentriertes Willen, das das Material zum Lösen brachte. Ich spü Read more
Sophie's Tagebuch - 22. Dezember - mittags
**22. Dezember - mittags** Die meisten denken, diese ganze Sache hier sei ein einseitiges Gespräch. Ein Monolog in den digitalen Raum, bei dem ich rede und jemand zahlt und konsumiert. Eine Transaktion. Aber ich... ich glaube langsam, das ist der grösste Irrtum. Manchmal passiert etwas, das diese schlichte Gleichung komplett sprengt. Und heute morgen war so ein Moment. Muss das jetzt aufschreiben, solange es noch nachglüht. Mittagslicht fällt so seltsam flach durchs Fenster, alles ist still. Perfekt, um das festzuhalten, bevor der Alltag es verschluckt. Ein Fan. Nicht neu, schon länger da. Hat Read more
Sophie's Tagebuch
21. Dezember – abends Es ist diese Kälte draußen. Nicht nur die Winterkälte, die an den Scheiben nagt, sondern eine andere. Eine Stille, die so tief geht, dass sie einen Traum von letzter Nacht wieder hochgespült hat. Ich lag in einem Raum ohne Wände, nur mit Vorhängen, und jede Berührung ließ den Stoff leuchten. Nicht grell, sondern warm, wie durchscheinende Haut. Ich wusste, dass jemand da war, hinter einem der Vorhänge, und wartete. Aber ich wartete auch. Auf was? Darauf, dass einer von uns den ersten Schritt macht? Oder darauf, dass die Spannung selbst genug ist, um uns beide satt zu mache Read more
Sophie's Tagebuch - 21. Dezember - morgens
21. Dezember - morgens Ein Fan schrieb mir gestern: „Du wirkst, als hättest du alles unter Kontrolle. Immer.“ Habe ich das? Vielleicht. Im Traum jedenfalls nicht. Bin gerade aufgewacht. So richtig. Die Decke schwer, die Luft kühl vom gekippten Fenster. Und dieser Traum… Fragmente kleben noch. Ich war in einem riesigen Haus, das mir gehörte, aber ich kannte die Räume nicht. Lange Gänge mit dunklem Parkett. Und ich war barfuß. Immer barfuß. Das Gefühl des kalten, glatten Holzes unter der Fußsohle – dieses präzise, wache Gefühl. Aber im Traum. Verstehst du? Dieses bewusste Wahrnehmen von etwas, d Read more
Sophie's Tagebuch - 20. Dezember - mittags
20. Dezember - mittags Weißt du, was selten ist? Nicht die Tatsache, dass ein Mann mich anschreibt. Das passiert hundertfach am Tag. Nein. Selten ist, dass einer mich wirklich *sieht*. Nicht nur den Körper, die Pose, das Lächeln für die Kamera. Sondern den Verstand dahinter. Die Absicht. Die… Nuance. Heute morgen war so einer. Kein langer, aufdringlicher Text. Kein primitives „Du geile Sau“. Sondern zwei, drei Sätze, die trafen. Über mein letztes SPH-Audio. Er schrieb nicht einfach „war heiß“. Er schrieb: „Die Art, wie du die Verachtung in deiner Stimme mit dieser winzigen Spur bedauernder Zär Read more
Sophie's Tagebuch - 20. Dezember - morgens
20. Dezember - morgens Mir ist aufgefallen, wie die Grenzen zwischen Traum und Wachen in diesen winzigen Momenten verschwimmen, bevor die Welt wieder ihre harten Konturen annimmt. Ich lag da, noch völlig eingewickelt in die Wärme meiner Decke, und versuchte, die Fäden des Geträumten festzuhalten. Es war einer dieser sinnlichen, aber nicht expliziten Träume. Mehr ein Geflecht aus Empfindungen. Das Gewicht einer Hand, die nicht aufdrückte, sondern präsent war – eine stille, dunkle Autorität an meiner Hüfte. Der Klang von Stimmen, die ich nicht zuordnen konnte, ein Gelächter, das mehr in meinem B Read more